
Eine der Erfahrungen, die ich immer wieder in Afrika mache ist die des vollen Halses. Irgendwann hat man es satt. Diese Langsamkeit. Diese Bettelei. Diese Unzuverlässigkeit. Dann wird man zynisch. Man sagt und denkt Dinge, über die man sich hinterher erschrickt. Der Rassist schält sich aus der dünnen Hülle der politischen Korrektheit. An diesem Punkt bin ich nun wieder.
Es ist ein bunter Strauss an Unzulänglichkeiten, der mich zur Weißglut bringt. Die bunteste Blume dieses Straußes ist die Polizei, der Quell von Chaos und Unsicherheit. Es gibt eine goldene Regel, nicht anzuhalten, wenn sie es verlangen. Diesen Samstag hat mich diese Regel allerdings in erhebliche Schwierigkeiten gebracht. Claude, Schnuggie und ich waren auf dem großen Markt. An sich schon eine nervenaufreibende Sache. Schnuggie war insbesondere begeistert von der Fleischabteilung. Dieser Ort glich der Hölle. Ich mag meinem Essen nicht ins Gesicht oder in die Gedärme blicken. Noch weniger mag das der Vegetarier.
Aber irgendwann hatten wir den Markt hinter uns. Ich war durchgeschwitzt und schon geladen wie ein Selbstmordattentäter. In diesem Zustand löste der Versuch der Polizei mich aufgrund eines nicht angelegten Sicherheitsgurtes anzuhalten wütende Fluchtversuche aus. Normalerweise eine sinnvolle Option. Doch leider hatten sie dieses Mal einen Jeep mit drei bewaffneten Affen. Nach einer kurzen Verfolgungsjagd über den Markt wurde ich gestellt. Eine wundervolle Szene bot sich. Schreie, Drohungen, Gewehre, ein schwitzender Weißer in der Mitte, die übliche Nummer. Alte Kongo-Müller Manier. Claude brachte es im Tumult auf den Punkt und raunte mir zu: “Die haben heut noch nix gegessen.”
Also bot ich eine angemessene Zahlung an. Plötzlich beruhigte sich die Situation. Die Kommissarin stieg zu mir ins Auto und wir fuhren weiter. Mit bewaffneter Eskorte. Dreißig Dollar später war die Welt wieder in Ordnung. Ich glaube nur dass mich Claude jetzt in einem anderen Licht sieht. Zum Glück hat er nächsten Sonntag Geburtstag. Dann kauf ich ihm was und er sieht mich wieder so wie vorher.
Das alles wäre Kongo-Müller nicht passiert. Von Kongo-Müller lernen heißt siegen lernen.
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