Ich habe tatsächlich etwas an der Uni gelernt, was mir im täglichen Leben immer wieder vorgeführt wird. Es gab einen Punkt in dem sich Theorie und Wirklichkeit vereinigten. Es ist einfach zu begreifen. Gib einem armen Menschen 10 Dollar und der Nutzen ist enorm. Er wird glücklich sein. Gib die zehn Dollar Bill Gates und der Nutzen ist gleich null. Die zweite Ableitung des Nutzens über das Einkommen ist stark negativ. Abnehmender Grenznutzen: Ich habe das in Afrika gesehen, es ist wahr!
Heute war ein Tag des Lernens. Claude, mein Freund aus dem Kongo hat mich zu sich nach Hause eingeladen. Nach einer Fahrt über Straßen die diesen Namen nicht verdienen kommen wir an. Mein armes Auto! Hier also wohnen die acht Millionen Einwohner Kinshasas. Das ist die Armut die Afrika uns immer wieder ins Gesicht schreit. Ich höre nichts. Noch nicht. Er gibt mir Essen, er stellt mich seiner Familie vor. Hier nun zur Theorie, vorgeführt am Schicksal eines einzelnen Menschen.
Claude bezahlt 20 Dollar im Monat Miete. Er hat neun Kinder und er verdient 100 Dollar im Monat. Er schämt sich für diese Verhältnisse und versucht alles mich das nicht merken zu lassen. Aber jetzt kommt die Lehrstunde. Mein Freund will bauen. Ihm fehlen 120 Dollar um Zement zu kaufen. Wenn er dieses Geld hat kann er beginnen, die Ziegel, die sich bereits stapeln, zu einem Haus zu verbinden, in dem seine Kinder, er, seine Frau und seine Zukunft wachsen können. Über was reden wir eigentlich? Was ist das Glück eines Menschen wert? 120 Dollar?
Es ist das was ich hier mag. Die Möglichkeit mit wenig viel zu bewirken. Abnehmender Grenznutzen...